Landwirtschaft

Das Thema Landwirtschaft ist weltweit und vor allem auch im Allgäu ein zentrales Thema:

Das Allgäu ist landwirtschaftlich geprägt, viele Bauernhöfe sind noch kleinstrukturiert und nicht industriell wie in anderen Gebieten in Europa und immer mehr dieser Bauern hören mit Ihrem Betrieb auf.
Ab disem Zeitpunkt besteht die Gefahr, dass dieser kleinstrukturierte Betrieb von einem der großen industriellen Landwirte geschluckt wird. Das muss auf alle Fälle verhindert werden. Lasst uns gemeinsam ein Konzept erarbeiten, wie wir die kleinbäuerliche Landwirtschaft im Allgäu erhalten und wieder zu ihrer ursprünglichen Aufgabe verhelfen:
Der Erzeugung vielfältiger, regionaler, gesunder Lebensmittel.

Hier ein paar Informationen und Ideen:

  • Die solidarische Landwirtschaft
    Gesunde, frische Nahrungsmittel sollten, wenn möglich, aus der Region und aus ökologischem Anbau stammen. Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, haben meist nur die Wahl entweder die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz hängt von Subventionen und den Markt- bzw. Weltmarktpreisen ab. Beides Faktoren, auf die sie keinen Einfluss haben und die sie häufig zwingen, über ihre persönliche Belastungsgrenze sowie die von Boden und Tieren zu gehen oder ganz aus der Landwirtschaft auszusteigen. Auch der ökologische Landbau ist von diesem Mechanismus nicht ausgenommen. Wie kann eine verantwortungsvolle, lebensspendende Landwirtschaft aussehen, die gleichzeitig die Existenz der Menschen, die dort arbeiten, sicherstellt?
    Solidarische Landwirtschaft ist dafür das Konzept der Zukunft (auch Community Supported Agriculture oder kurz CSA (USA) Freihof, Solidarhof, Landwirtschaftsgemeinschaftshof; AMAP (Frankreich), Teikei (Japan)). Ökologische Nahrungsmittelproduktion und Solidarische Landwirtschaft sind essentiell für eine nachhaltige Entwicklung.
    Konkret handelt es sich dabei um einen Zusammenschluss von einem (selten mehreren) landwirtschaftlichen Betrieb oder Gärtnerei mit einer Gruppe privater Haushalte. Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen (Bio-)Produktion verpflichtet sich diese Gruppe regelmäßig im Voraus einen festgesetzten Betrag an den Hof zu zahlen, der mit dem Geld seinen Möglichkeiten entsprechend wirtschaftet. Die AbnehmerInnen erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot, Käse etc. sofern der Hof diese herstellt.
    Die soziale und ökologische Komponente:
    Menschen verschiedener Altersklassen kommen zusammen, säen, pflegen und ernten. Erzeuger und Verbraucher kommen in Kontakt miteinander. Menschen lernen wieder wie es ist Lebensmittel anzubauen und zu ernten.
    Quelle und weitere Informationen hier: Solidarische Landwirtschaft
    Beispiele: Norwich, England (Seite auf engl.)
  • Für den großen russischen Agrarökonomen und Bauernforscher Alexander Tschajanow, der von Stalin verfolgt wurde, weil er sich gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft wendete, war die bäuerliche Tätigkeit eine „in ihrem Wesen radikal von der kapitalistischen verschiedene Wirtschaft“. In seinem Anfang der zwanziger Jahre erschienenen Hauptwerk Die Lehre von der bäuerlichen Wirtschaft belegt Tschajanow, dass der Bauernwirtschaft eine „ganz andersartige Auffassung von der Vorteilhaftigkeit und eine ganz andere Art des Rechnens“ zugrunde liegt. Man könnte auch sagen, sie folgt einer Rationalität, die nicht an Wachstum, sondern an Erhalt, nicht an effizienter Nutzung von freier Zeit, sondern an Kooperation mit den Zeitzyklen der Natur orientiert ist. Was in der alten Industriegesellschaft, die auf beständige Optimierung der Ressourcenausbeute, Effizienzsteigerung sowie Raum- und Zeitverkürzung setzt, in der Tat überkommen schien, wird heute hochgradig kompatibel für die aktuelle Debatte um die Postwachstumsgesellschaft, in der die Suche nach postmateriellen Wohlstandsmodellen, nachhaltigen Lebensstilen, Entschleunigung und Lokalisierung der Produktion als ökologische Notwendigkeit postuliert wird.
    Quelle: http://www.freitag.de/wochenthema/1222-generation-garten

Filme:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s