Urbane-/Gemeinschaftsgärten

Urbanes Gärtnern (engl. urban gardening) und Guerilla Gardening ist immer mehr im kommen. Hier ein paar interessante Informationen dazu:

Das Thema Gemeinschaftsgärten ist im Allgäu gerade erst am entstehen.

Börlas

Auf 1100 m Höhe auf einer sonnigen Hangwiese oberhalb von Missen auf dem Gelände des Bio-Bauernhofs Siegel entwickelt sich seit 2006 ein Permakultur – Gemeinschafts- und Lehrgarten. Viele Elemente der Permakultur sind hier zu sehen und werden genutzt:
Kräutergarten, Steinterrassen, Teich mit Sonnenfalle, Solardörrer, Außenküche mit Lehmofen. Beete für Gemüseanbau und Beeren aller Art ergänzen die schon vorhandene Streuobstwiese und Wildsträucherhecke.
Über das Jahr verteilt finden vielfältige Aktivitäten in Form von Führungen, Werkstätten, Seminaren und Workshops, Jahreszeitenfeste und vieles mehr statt. Interessierte sind zur Mitarbeit eingeladen.

Weitere Informationen sowie Bilder über das Projekt gibt es >>hier<<

Kempten

In Kempten entsteht ein Stadtteilgemeinschaftsgarten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Bald erfahren Sie mehr darüber!

Essbare Städte

Die Bewohner des englischen Städtchens Todmorden «revoluzzen» mit Kartoffeln und Bohnen, Himbeeren und Salat. Unter dem Motto «Incredible edible» (unglaublich essbar) haben die Bürger 70 private und brachliegende Grundstücke mit Obst und Gemüse bepflanzt. Das Besondere: Jeder kann selbst pflanzen – und ernten, was er braucht. In der Nähe von öffentlichen Gebäuden, Parkplätzen oder Supermärkten – überall gibt es kleine Areale, wo etwas spriesst. Mary Clear, Grossmutter von zehn Enkeln und Pam Warhurst, ehemalige Gastwirtin, wollen aus ihrer Heimatstadt die erste englische Gemeinde machen, die sich komplett selbst mit Lebensmitteln versorgt.
Begonnen hat alles, als Mary Clear den Zaun um ihren Gemüsegarten niederriss. Sie sagte zu ihren Nachbarn: «Kommt und bedient euch». Die wollten anfangs gar nicht glauben, dass sie sich einfach alles nehmen dürfen. Nach sechs Monaten hatten sie sich daran gewöhnt. Andere Gärten wurden angelegt, die Menschen nahmen nicht nur, sie gaben auch: ihr Saatgut und ihre Arbeitskraft. Die Effekte sind ausschliesslich positiv. Gemeinschaftsgefühl und Naturbezug unter den Bürgern wuchsen, die Kriminalitätsrate sank. In 21 weiteren englischen Städten, aber auch in Deutschland und Hong Kong ist Ähnliches geplant. Die Gemeinschaftsgärten sind auch eine vorbeugende Massnahme für eine mögliche Krise. Ein Rentner: «Selber Lebensmittel zu produzieren ist das Gefährlichste, was man tun kann, denn es besteht die Gefahr, die eigene Freiheit zu erlangen.»

www.incredible-edible-todmorden.co.uk

Hier noch ein brillanter neuer text über Todmorden aus der Zeitschrift sein:

F: War es schwierig, die Verwaltung zu überzeugen? Was war eure Strategie?
A: Wir reden schnell, lächeln viel und vergessen die Antwort, wenn wir sie nicht mögen. Wir sind mutig, und wenn wir eine Chance sehen, tun wir es einfach.
F: Ist Todmorden auch eine politische Aussage?
A: Ja, Ja, JA! Wir leben in einer Hau-ab-, sei-still-, bleib-weg-Welt. Wir wollen eine komm-rein-, setz-dich-, und lass-uns-teilen-Welt.

Todmorden: Die unglaublich essbare Stadt

Was klingt wie eine Utopie aus einem netten Märchenbuch, ist in Todmorden – und inzwischen auch in vielen anderen europäischen Städten, wie zum Beispiel Andernach – Realität. Die Initiative Incredible Edible Todmorden (IET, unglaublich essbares Todmorden) hat die Stadt in ein kleines Schlaraffenland verwandelt. Die Bewohner sind begeistert und helfen fleißig mit. In Gruppen übernehmen sie Patenschaften für Gemüsebeete. Ein neuer Gemeinschaftsgeist beseelt die Stadt, man trifft sich beim Graben und beim Erntefest. Und es ist ein gutes Gefühl, für andere anzubauen, zu teilen, eine Gemeinschaft zu haben, die auf kostenlosem Geben und Nehmen beruht.

Weblinks:
jetzt auf deutsch: Todmorden – eine Stadt die sich selbstversorgt 
der you tube video (3.44 min.) „unglaublich essbar“ von todmorden
 
Webseite von Incredible Edibile Todmorden
 
Doku über die „Essbare Stadt Andernach“
 
Mehr Artikel zum Thema Grüne Städte
 

Interkulturelle Gärten –  So geht Gastfreundschaft –

Die ersten interkulturellen Gärten sind bereits Mitte der neunziger Jahre in Göttingen auf Initiative von bosnischen Flüchtlingsfrauen entstanden. Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte bauen heute dort – und an mittlerweile fast 130 weiteren Orten in Deutschland – auf eigenen Parzellen Kräuter, Obst und Gemüse an. Beim Tausch von Rezepten und Saatgut, beim Abendessen aus dem selbstgebauten Lehmofen und beim Verschenken von Ernteüberschüssen geht es immer auch darum, Differenzen und Gemeinsamkeiten auszudrücken, zu deuten und wertzuschätzen.

Weil über dem Garten ein Sinnkontext der Produktivität und Versorgung, der Zuwendung und des Lernens liegt, stößt das aus den Herkunftsländern mitgebrachte Wissen über Heilkräuteranbau, über Saatgutvermehrung oder über die Zubereitung von Wildgemüse hierzulande oft auf große Resonanz. Es verspricht Nachhaltigkeit. Neben dem konsequent ressourcen- statt defizitorientierten Ansatz bedeutet die Aneignung des öffentlichen Raumes durch Migranten eine nicht zu unterschätzende Praxis: so wird die Kultur der Gastfreundschaft nicht nur gestiftet, sondern auch gelebt.

Das Spiel kultureller Repräsentation in den Gärten gibt den Beteiligten die Möglichkeit, ihre eigenen kulturellen Besitztümer zu bergen und sie zu zeigen. Dieser Prozess geht einher mit einer reflexiven Verortung der eigenen Position in einer interkulturellen „Landkarte“. Es scheint, dass genau diese Dialektik des Wieder-(Er-)Findens und der Neuverortung des eigenen Kulturrepertoires eine Art lebenspraktischen Lernmechanismus in Gang setzt – gerade dann, wenn man dabei auf andere trifft.

Dass dies die intelligentere Alternative zu den eindimensional argumentierenden Leitkulturvisionen darstellt, liegt auf der Hand. Wenn man sich zudem das soziale Miteinander in den Gärten vor Augen führt, dann beeindruckt es in seiner Eleganz. Dies- und jenseits vieler kultureller und sozialer Grenzen werden Dinge verhandelt und Prozesse gemeinsam organisiert. Etwa Fragen des Raum-Zeit-Managements oder auch, wenn Konflikte geklärt werden müssen.

Quelle: http://www.freitag.de/wochenthema/1222-neue-gr-ne-welle

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